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EINFACH NORMAL SEIN.

Alles fing an, als ich sechs Monate alt wurde: häufige Fieberanfälle, Mittelohrentzündungen, häufig schwerer Hautausschlag, zwei Lungenentzündungen, dazu parallel immer heftiger Durchfall, der ganze zweieinhalb Jahre anhielt.

Story
Max

Alles fing an, als ich sechs Monate alt wurde: häufige Fieberanfälle, Mittelohrentzündungen, häufig schwerer Hautausschlag, zwei Lungenentzündungen, dazu parallel immer heftiger Durchfall, der ganze zweieinhalb Jahre anhielt. Als ich drei war, brach ich mir den Mittelhandknochen – eigentlich ja kein Ding bei kleinen Kindern, wächst ja alles wieder zusammen. Da sich aber direkt im Bruch eine Entzündung gebildet hatte, musste ich notoperiert werden. Erst da ist ein Stationsarzt auf die Idee gekommen, meine Blutwerte etwas genauer zu betrachten. Das war mein Glück, und die Diagnose ließ nicht lange auf sich warten: Agammaglobulinämie. Für meine Eltern war das allerdings zunächst ein riesiger Schock: Mir wurde eine Lebenserwartung von nur 18 Jahren zugeschrieben. Dass ich jetzt, mit 21, immer noch lebe, verdanke ich der Behandlung mit Immunglobulinen, gewonnen aus dem Plasma von Plasmaspendern. Die Behandlung hat sofort angeschlagen und ich lebe ein Leben fast wie ich ein ganz normaler, gesunder junger Mann. Ich muss auf nichts verzichten, kann Sport machen, auf Konzerte gehen, mich mit Freunden treffen – eben all die Dinge, die jeder in meinem Alter macht. Durch meine Geschichte und im Gespräch mit anderen Betroffenen habe ich gelernt: Wie es ist, normal zu sein, merkt man erst, wenn alltägliche Dinge nicht mehr möglich sind. Damit möglichst viele Menschen von der Krankheit des angeborenen Immundefekts erfahren, engagiere ich mich seit einigen Jahren bei der dsai, der Patientenorganisation für angeborene Immundefekte. Und meine Hoffnung ist es, dass so viele Menschen wie nur irgend möglich Plasma spenden – damit Menschen wie ich leben können.